Muotathaler Dialekt Schriftsprache Erläuterung Foto Audio
wilweil1) Antwort auf warum? mhd wile wil i nüd wiil wil är nüd cha 2) solange, derweil, dieweil mhd diewile ässä wil s waarm isch appäriitä wils Schnee hed z Bäärg gaa wils aabär isch wil der Vatter nu läbt
BelgertsWildiheugebiet
SchnudärblackäWildpflanze
wildwild, freilebend, ungezähmtwildi Tiär, wildä Heich, wildi Chriäsi, wildi Lüüt, wild Mannä, wildä Maa wütend: fuchstüüfelswild, nümmä wildä = zahm geworden
WildGewild> Gwild
WildbaanWildbannmhd wilt ban 1492
WildbrättWildbret(Wild-Braten)
WildhüätärWildhüterauch Gwildhüätär
WildmannäSagengestalt, Fruchtstand der Berganemone > Altmannä
WildsuuWildschweinMz Wildsüü ein Wildt Suw im Thal geschossen (1562)
Wildwassärwilder FlussMuot-Aa = Wildwasser
Wilds Wildä Fam. Betschart vom Wilden Mann
WildämaaSagengestalt Gasthaus zum Wilden Mann > Wildmannä
WildänäWildnisseMz von Wildi i dä Wildänä 1740: in den Alpen oder Wildenen
WildiWildnisi dr Wildi
Wildiheu, wildiheuäWildheu sammeln
wildälänach Wild riechen, schmecken
wildäräwiderrechtlich jagen> räflä
willer/sie/es will> wellä, wott
WilWilledr guät Willä um Gottswillä
wilwegendur diinärt willä, dur miinärt willä zwillä machä
WillgälWollknäuelWillgäli
willgäläwickelniiwillgälä einwickeln mhd welgelen UR Wirgel, wirgle
wittwillstwitt (witsch) öppis ässä? Lienert sä vil as d’ witt > wellä
Alt MannäSamenstand der Alpenwild Mannä
BächläräBächleren(Wildbach)
bannämit Bann belegenin Sagen: Geister bannen (verjagen in Wildnis)mhd bânen >Baawald, Bawalter
BiirgBirg, GebirgeHüttäbiirg: Wildheuplätz zu einer bestimmten Alphütte gehörig
BluätschwilBluterguss unter der Haut> Schwil
bsiäbeziehen, einholenmögä bsiä, hed mi bsogä: mhd bezichen, beziln “der Tôt wil uns bezien” Schülerdeutsch: Ich habe ihn mögen beziehen.
cheibunwillkommencheibä Züüg, cheibä Wätter, cheibä Zändwee, der cheibä Roscht, diä cheibä Naadlä het mi gschtochä! Verstärkung: cheibä schöön Ein Pfarrer (oder ein Ehemann) ist im 1. Jahr ä cheibä schöönä, im 2. Jahr ä schöönä, im 3. Jahr ä cheibä, im 4. Jahr ä schöönä cheibä!
chummlibekömmlich, dienlichmhd komlich Illgau: willkommen
chuurzwiilKurzweilemh kurzwile
dertwildessentwillenums sälb dertwillä (därtwillä) macht är s nüüd
DoorfDorfbis 1850 gab es hier im Thal nur die 2 Dörflein Wil und Bödeli
durdurchmhd dur 1) Ort: dur d Türä, durs Pfeischter, durs ganz Taal, durdurä, dur alls uusä hends bääggät (den ganzen Weg hinaus weinten sie) 2) Zeit: dur s Jaar, dur d Wuchä, dur d Nacht (die Nacht hindurch, nachtsüber,auch: derdnacht) 3) Ursache: dur der Rägä värdoorbä dur diinärtwillä 4) bildlich: dur alls durä dur all Bödä durä > duur-
eAusruf (Unwillen, Erstaunen) z. B. e e e ! e värfluächt! e Sack!e meinäd! e sässä! e du Cheib! e du Sack! e du heiligs Värdiänä! e du Dummä! e du heitärä Beck! e du värbrännti Zeinä! e jaa! e nei!
friiwilligfreiwillig
fuchstüüfelswildfuchsteufelswild(zornig)
fürnämmvornehmmhd vürnaeme ganz fürnämmi Lüüt! bisch zfürnämm drzuä? (willst du das nicht machen?)
füürgruuppäin einer Vertiefung dem Wild auflauern > Füürliggi
GarettäKarrette, Schubkarren, Carette(jenisch: Gare = Wagen) Z Oberwil hed einä ds Garettli zundärobsi umägschtoossä: “i bi daa zum Schpinnä und nüd zum Schaffä!” >Charä (Karren)
Gässlikleine (kurze) Gassemhd gezzelin > Hüürlis, Hundänä, Wil
GottswilGotteswillenum Gott(äs)swillä! Ausruf des Entsetzens BE Gottwilchä: mit Gott willkommen
GwildGewild, wildes Getiermhd gewilt > wild
HandzwächäliHandtuch aus Zwilch
hautschäbellen, kläffen(Wild vertreiben) auch bautschä
heiwiliheim will ich
HimälHimmel(Himul) mhd himel im Himel obä am Himel obä ums Himels willä! Hälf dr Gott i Himäl uufä! (bei Niessen) > Geisshimäl, Rosshimäl, hölzigä Himäl
HolzbiräHolzbirne, Wildbirnewild im Wald gewachsen
Holzöpfelwild im Wald gewachsen
HooliächtHorizontOW hobäärgä (wildiheuen)
höönhöhnisch, unwillig, gehässigmhd hoene
HurrlibuäbBrummkreisel, Zwirbel, Wildfangmhd hurren (surren, brummen) engl hurl
Hüttlikleine Hütte>Heidä-, Schtei-, Wald-, Wildiheuär-
iischniijäeinschneienmit dem ersten Schneefall in den Alpen: eingesperrt sein durch unzeitigen Schneefall Äs hed einä iigschniid bim Wildiheuä im Heubäärg,är hed det im Hüttli müässä waartä, bis äs dr Schnee appäglauänät hed,wos duä einisch ä chli uuftaa hed, hends um vo undänuufä grüäft, öb är nu z ässä heig,dä hed är vo obänappä gruäft: Baläntä hani nu, aber Tubak äkeinä mee!
jagäjagenmhd jagen Wild jagen Wolken jagen: äs jagds obäninä> Jegär, jegärä, jegisch, värjagä
LäckiStelle, wo man dem Vieh etwas zu lecken gibt auf den Alpen,wo Schalenwild Salz leckt
leerälehrenmhd leren dr Leerär leert i dr Schuäl i will di dä leerä! wer het di das gleert? äs leert ein > läärä (leeren)
LöölisHaus und Matte auf der Fur im Wil (Namenserklärung: er war halt ein Lööli!)
MagärheuHeu aus ungedüngtem Land (Magerwiese, Wildheu)
MannäMännermhd mannen Mannä we Tannä! Alli Mannä schtandid ii! verdrängt durch Männär (Männärchoor), neuestens durch Herä (Damen und Herren) > Wild-, Schnee-
miinätwilmeinetwillen
MilchMilchmhd milch engl milk är wott d Milch nüd appälaa = er will nicht Auskunft geben > mälch, mälchä
MöffälMuffel(Möfful) unwilliges Gesicht?
möffläunwilliges Gesicht machenauch mofflä
Muotiseiltuä we am Muotiseil = sich wild gebärden
NidärjagdNiederjagdim Gegensatz zur Hochwildjagd
PfäffärPfefferlat piper frz poivre ital pepe mhd pfeffer Gewürz,Wildbret
PutschPutschschweiz. Mundart, lautmalerisch gebildet, Bei uns: Wasserschwall, plötzliche Flutwelle eines Wildbaches dr Putsch chund! ä schöönä Putsch isch choo! engl push
räfläfreveln(widerrechtlich Wild oder Holz fällen) mhd vrevelen Früher ein Hauptvergnügen, oft aber auch eine Lebensnotwendigkeit. In alten Gesetzen sehr häufig: Frevel = Verbrechen, Vergehen,freventlich = absichtlich, mutwillig, widerrechtlich (räflä = abk. frävlä
schpüüräspürenmhd spürn Wild spüren auch: gschpüürä Äs hed ä Jegär Zänd la ziä bim Doktär, der fragt: we hend Sie s gspürt? - Gschpüürt han i nüüd, abär wee taa heds eeländ värreckt!
SchtoosStossmhd stoz 1) Stoss, Streit, Haufe vgl An-, Degen-, Wind-, Horn-, Baggen-, Holz-, Hosen- -karren, -gebet, -seufzer in alten Urkunden: 1414 stösse oder krieg 1492 stöss und spän Viehwirtschaft: 1 Stoss = Weide für 1 Kuh (in Gülten: Kuhstösse) FN Stoss, Stössel, Baggenstos 2) Flurname Stoos (Morschach/Muotathal) 1322 an dem Stoisse vgl. Stoos AR Zwee Häxä hend einisch wellä d Flüä zämäschtoossä und äsoo ds Muätitaal värtränkä,dä hed di eint ghört (wil ds Bättglöggli glüütät hed) und di andär hed grüäft: schtooss, schtooss! - drum heissts etz det obä Schtoos! -
SchuälhuusSchulhausRied, Wil, Kloster, Bisisthal, Illgau
schwilschwellen(es schwillt) gschwullä
SchwilSchwieleauch Schwülli mhd swille Geschwulst
TällTellWilhelm Tell Gasthaus
TiärTier(e)mhd tier (wildes Tier) äs hed Tiär von wilden thyeren Tieralpeli
TüüfälTeufellat diavolus, mhd diuvel, Mehrzahl Tüüflä Verkl. Tüüfäli mid ds Tüüfels Gwalt ums Tüüfels Gottswillä alls Tüüfels (alles mögliche) dr Tüüfel obänand! kän Tüüfel drum gää i weiss kä Tüüfel me waas äs niid mi dr Tüüfel wunder Dr Tüüfel isch wän ich käs Gäld ha,dr Herrgott isch dr Rössliwiirt, wän är mr gliich äs Biär gid! ä aarmä Tüüfäl UR Tiifel > Blutt, Guggär, Hörälär, Tüüggär, Sataan
tuusigtausendmhd tûsent engl thousend ä paar tuusig z tuusigä ums tuusigs Gottswillä! Värgältsgott tuusigmaal! uf tuusig und zrugg (endlos) Tuusigär (Tausender): tuusigwüchig = 19-20 Jahre alt
twilwegendiinärtwillä deinertwillen > Willä, wellä
UwilUnwille
usöödmhd soeden (sieden), also nicht zu sieden, sehr, überaus,Wort alt und weitverbreitet ä usöödä Hungär BE wild, heftig, frech
uwäärdunwert, nicht genehm, nicht willkommenmhd unwert
umfürum Gottswillä! um Gottsloo schaffä um käs Gäld um daas Gäld gääb ichs au um ä Tagloo um ä Frankä
uufghiijäaufgehenwenn etwas Verschlossenes sich öffnet wider Willen: d Türä, d Buurdi, ds Runggäli, d Züpfä isch uufghiid
värbälläJagdhund führt den Jäger zum getroffenen Wild
värschnäpfäsich im Reden unwillentlich verraten
värsuumäversäumen, verpassen(mhd versumen = vergessen) i ha mi värsuumät äs wäär ja ds Bättlä värsuumät (Nuschis Seebi vom Wildiheuen) ds Landrächt värsuumä,värsuumti Landlüüt värsuumägi Aarbet
värträägävertragen1) ertragen diä Brügg mag das nüd värträägä das chan är nüd värträägä! äs mag si nüd värträägä = es ist nicht der Mühe wert 2) vertragen: an falschen Ort hintragen, nicht mehr auffindbar Am 22. Augst 1799 hat der Föhn etliche hundert Garne Wildheu vertragen (Vorsprech) d Chatz hed alls värtreid äs hed dr Schnee värtreid und hööchi Gwäächti gmacht 3) austragen: Mischt värträägä Poscht värträägä vgl umweltverträglich
VorderFlurnamen: Vorder Hoftrog, Vorder Wil, Vorder Oberberg, Vorder Heuberg, Vorderthal, Vorder Dorf im Gegensatz zu Hinter ..
wäärdwert, geschätzt, willkommennüggär wäärd Was hend iär da feil? - Muulaffä! - diä sind mäni wäärd, ass nur nu einä daa isch! > wärt, uwäärd
WaläWalen(alt für Welsche) vg. Walenstadt SG (Stadt der Walen = Räter) Walensee SG/GL (Waläsee) Walchwil ZG (Walchwiilä) > wältsch
wewie(unbetont, betont > wiä) we dr Vattär, we d Muättär, we Goofä, we viil? we lang? we susch, we geschtär, we värruckt, we nüd gschiid, machs we drs zeigt ha! mä chas machä we mä will, isch äs nüd rächt! Chraft we-n-äs Ross, äs isch we-n-ä so nüd rächt chasch machä we d wottisch
wedäswelchesoordäli wedäs as d wottisch (du kannst machen welches du willst) wedäs as wend (ob sie wollen oder nicht) > weläs
weidlihurtig, sofortmhd weidenliche (vgl Weidmann: Jäger, der sich am Wild weidet) Hebel weidli Lienert weideli
welläwollen, gewolltahd wellan, mhd wellen, wollen nüd bloss wellä!äs muäss nu wellä sä chunds chu rägnä das hends alig wellä haa (für wahr halten) ds Wättär hed is wellä (war uns gutgesinnt) dr Welli und dr Mögi > wil, wemmär, wend, wett, wott, Willä
widärnüüdfür nüüd und widär nüüd! (UR beten für nichts und wider nichts: nicht uns zulieb und nicht anderen zuleid, es geschehe Dein Wille!) > zuägädälä
WidärwilWiderwillen
WiibliWeibleinmhd wîbelin 1) kleine Frau, Koseform für Weib Hend iär dr Chubäli nu kännt? Ja sauft, und ds Wiibli au! - Weer? ääs, ds Phäliini, mis Wiibli, d Frau! 2) weibliches Tier (von wilden Tieren > Männdli)
wiiler/sie/es will(betont) är wiil und wiil nüüd > wil (unbetont)
Wiilhäufiger Ortsname Wil, Wyl lat villa (Weiler)
WiilWeile, Zeitmhd hwile engl while äs Wiili dr Wiil nüd dr Wiildr Wiil haa, laa Gotthelf dr Wyl ha > aläwiil, Chuurzwiil, langwiilig, Wiili, drwiil, iilä
ZällOrtsname Zell LU ZH vgl. Appenzell, Wilerzell
zbeschtdas beste, zu bestzbeschtredä = zugunsten eines reden i wil im ä chli gu zbeschtredä äs hed um niämärt zbeschtgredt
ZiirkZirkrechtRecht auf Wildiheu in bestimmten Bezirken. Kreis, lat circus vgl Bezirk, Zirkel, Zirkus Ziirk nää, übärchoo, auch ziirknä: am 1. August morgens 7 Uhr am Teilplatz > Wildiheu
zuäniszu uns kommenär isch zuänis choo auf Besuch gekomen zuänis choo! = Willkommen! auf Wiedersehen! Gotthelf zueche cho
züüsläzeuselnvgl Zunder jee we mängs Huus isch scho värbrunnä, wil d Goofä züüslät hend! Lienert Züsler (Brandstifter), zöisleanderswo Züsler = Irrlicht(er), wandernde Seele(n)
ZwächäläKluge: Zwehle, Handtuch aus Zwilch Zwächäli mhd twechel, zwechel, hantwechel ZH ZG Zwääli NW Taschentuch
ZwiisälBaum mit Zwilling-Stamm värzwiislät vgl Familienname Zwiesler
ZwilchZwillich, Zwirnmhd zwilich (zweifädig) zwilchägi Hosä sind etz mid dä Tschiins (Jeans) widär i d Modä choo! 1465 kein werch noch lynis noch zwylch > Zwächälä, Drilch
ZwilingZwillingmhd zwilich kint
zwilzu Willensi muäss im eistär zwillä sii
Dialekt:wil
Deutsch:weil
1) Antwort auf warum? mhd wile wil i nüd wiil wil är nüd cha 2) solange, derweil, dieweil mhd diewile ässä wil s waarm isch appäriitä wils Schnee hed z Bäärg gaa wils aabär isch wil der Vatter nu läbt
Dialekt:Belgerts
Deutsch:Wildiheugebiet
Dialekt:Schnudärblackä
Deutsch:Wildpflanze
Dialekt:wild
Deutsch:wild, freilebend, ungezähmt
wildi Tiär, wildä Heich, wildi Chriäsi, wildi Lüüt, wild Mannä, wildä Maa wütend: fuchstüüfelswild, nümmä wildä = zahm geworden
Dialekt:Wild
Deutsch:Gewild
> Gwild
Dialekt:Wildbaan
Deutsch:Wildbann
mhd wilt ban 1492
Dialekt:Wildbrätt
Deutsch:Wildbret
(Wild-Braten)
Dialekt:Wildhüätär
Deutsch:Wildhüter
auch Gwildhüätär
Dialekt:Wildmannä
Deutsch:
Sagengestalt, Fruchtstand der Berganemone > Altmannä
Dialekt:Wildsuu
Deutsch:Wildschwein
Mz Wildsüü ein Wildt Suw im Thal geschossen (1562)
Dialekt:Wildwassär
Deutsch:wilder Fluss
Muot-Aa = Wildwasser
Dialekt:Wil
Deutsch:
ds Wildä Fam. Betschart vom Wilden Mann
Dialekt:Wildämaa
Deutsch:
Sagengestalt Gasthaus zum Wilden Mann > Wildmannä
Dialekt:Wildänä
Deutsch:Wildnisse
Mz von Wildi i dä Wildänä 1740: in den Alpen oder Wildenen
Dialekt:Wildi
Deutsch:Wildnis
i dr Wildi
Dialekt:Wildiheu, wildiheuä
Deutsch:Wildheu sammeln
Dialekt:wildälä
Deutsch:nach Wild riechen, schmecken
Dialekt:wildärä
Deutsch:widerrechtlich jagen
> räflä
Dialekt:will
Deutsch:er/sie/es will
> wellä, wott
Dialekt:Wil
Deutsch:Wille
dr guät Willä um Gottswillä
Dialekt:wil
Deutsch:wegen
dur diinärt willä, dur miinärt willä zwillä machä
Dialekt:Willgäl
Deutsch:Wollknäuel
Willgäli
Dialekt:willgälä
Deutsch:wickeln
iiwillgälä einwickeln mhd welgelen UR Wirgel, wirgle
Dialekt:witt
Deutsch:willst
witt (witsch) öppis ässä? Lienert sä vil as d’ witt > wellä
Dialekt:Alt Mannä
Deutsch:Samenstand der Alpen
wild Mannä
Dialekt:Bächlärä
Deutsch:Bächleren
(Wildbach)
Dialekt:bannä
Deutsch:mit Bann belegen
in Sagen: Geister bannen (verjagen in Wildnis)mhd bânen >Baawald, Bawalter
Dialekt:Biirg
Deutsch:Birg, Gebirge
Hüttäbiirg: Wildheuplätz zu einer bestimmten Alphütte gehörig
Dialekt:Bluätschwil
Deutsch:Bluterguss unter der Haut
> Schwil
Dialekt:bsiä
Deutsch:beziehen, einholen
mögä bsiä, hed mi bsogä: mhd bezichen, beziln “der Tôt wil uns bezien” Schülerdeutsch: Ich habe ihn mögen beziehen.
Dialekt:cheib
Deutsch:unwillkommen
cheibä Züüg, cheibä Wätter, cheibä Zändwee, der cheibä Roscht, diä cheibä Naadlä het mi gschtochä! Verstärkung: cheibä schöön Ein Pfarrer (oder ein Ehemann) ist im 1. Jahr ä cheibä schöönä, im 2. Jahr ä schöönä, im 3. Jahr ä cheibä, im 4. Jahr ä schöönä cheibä!
Dialekt:chummli
Deutsch:bekömmlich, dienlich
mhd komlich Illgau: willkommen
Dialekt:chuurzwiil
Deutsch:Kurzweile
mh kurzwile
Dialekt:dertwil
Deutsch:dessentwillen
ums sälb dertwillä (därtwillä) macht är s nüüd
Dialekt:Doorf
Deutsch:Dorf
bis 1850 gab es hier im Thal nur die 2 Dörflein Wil und Bödeli
Dialekt:dur
Deutsch:durch
mhd dur 1) Ort: dur d Türä, durs Pfeischter, durs ganz Taal, durdurä, dur alls uusä hends bääggät (den ganzen Weg hinaus weinten sie) 2) Zeit: dur s Jaar, dur d Wuchä, dur d Nacht (die Nacht hindurch, nachtsüber,auch: derdnacht) 3) Ursache: dur der Rägä värdoorbä dur diinärtwillä 4) bildlich: dur alls durä dur all Bödä durä > duur-
Dialekt:e
Deutsch:
Ausruf (Unwillen, Erstaunen) z. B. e e e ! e värfluächt! e Sack!e meinäd! e sässä! e du Cheib! e du Sack! e du heiligs Värdiänä! e du Dummä! e du heitärä Beck! e du värbrännti Zeinä! e jaa! e nei!
Dialekt:friiwillig
Deutsch:freiwillig
Dialekt:fuchstüüfelswild
Deutsch:fuchsteufelswild
(zornig)
Dialekt:fürnämm
Deutsch:vornehm
mhd vürnaeme ganz fürnämmi Lüüt! bisch zfürnämm drzuä? (willst du das nicht machen?)
Dialekt:füürgruuppä
Deutsch:
in einer Vertiefung dem Wild auflauern > Füürliggi
Dialekt:Garettä
Deutsch:Karrette, Schubkarren, Carette
(jenisch: Gare = Wagen) Z Oberwil hed einä ds Garettli zundärobsi umägschtoossä: “i bi daa zum Schpinnä und nüd zum Schaffä!” >Charä (Karren)
Dialekt:Gässli
Deutsch:kleine (kurze) Gasse
mhd gezzelin > Hüürlis, Hundänä, Wil
Dialekt:Gottswil
Deutsch:Gotteswillen
um Gott(äs)swillä! Ausruf des Entsetzens BE Gottwilchä: mit Gott willkommen
Dialekt:Gwild
Deutsch:Gewild, wildes Getier
mhd gewilt > wild
Dialekt:Handzwächäli
Deutsch:Handtuch aus Zwilch
Dialekt:hautschä
Deutsch:bellen, kläffen
(Wild vertreiben) auch bautschä
Dialekt:heiwili
Deutsch:heim will ich
Dialekt:Himäl
Deutsch:Himmel
(Himul) mhd himel im Himel obä am Himel obä ums Himels willä! Hälf dr Gott i Himäl uufä! (bei Niessen) > Geisshimäl, Rosshimäl, hölzigä Himäl
Dialekt:Holzbirä
Deutsch:Holzbirne, Wildbirne
wild im Wald gewachsen
Dialekt:Holzöpfel
Deutsch:
wild im Wald gewachsen
Dialekt:Hooliächt
Deutsch:Horizont
OW hobäärgä (wildiheuen)
Dialekt:höön
Deutsch:höhnisch, unwillig, gehässig
mhd hoene
Dialekt:Hurrlibuäb
Deutsch:Brummkreisel, Zwirbel, Wildfang
mhd hurren (surren, brummen) engl hurl
Dialekt:Hüttli
Deutsch:kleine Hütte
>Heidä-, Schtei-, Wald-, Wildiheuär-
Dialekt:iischniijä
Deutsch:einschneien
mit dem ersten Schneefall in den Alpen: eingesperrt sein durch unzeitigen Schneefall Äs hed einä iigschniid bim Wildiheuä im Heubäärg,är hed det im Hüttli müässä waartä, bis äs dr Schnee appäglauänät hed,wos duä einisch ä chli uuftaa hed, hends um vo undänuufä grüäft, öb är nu z ässä heig,dä hed är vo obänappä gruäft: Baläntä hani nu, aber Tubak äkeinä mee!
Dialekt:jagä
Deutsch:jagen
mhd jagen Wild jagen Wolken jagen: äs jagds obäninä> Jegär, jegärä, jegisch, värjagä
Dialekt:Läcki
Deutsch:
Stelle, wo man dem Vieh etwas zu lecken gibt auf den Alpen,wo Schalenwild Salz leckt
Dialekt:leerä
Deutsch:lehren
mhd leren dr Leerär leert i dr Schuäl i will di dä leerä! wer het di das gleert? äs leert ein > läärä (leeren)
Dialekt:Löölis
Deutsch:
Haus und Matte auf der Fur im Wil (Namenserklärung: er war halt ein Lööli!)
Dialekt:Magärheu
Deutsch:
Heu aus ungedüngtem Land (Magerwiese, Wildheu)
Dialekt:Mannä
Deutsch:Männer
mhd mannen Mannä we Tannä! Alli Mannä schtandid ii! verdrängt durch Männär (Männärchoor), neuestens durch Herä (Damen und Herren) > Wild-, Schnee-
Dialekt:miinätwil
Deutsch:meinetwillen
Dialekt:Milch
Deutsch:Milch
mhd milch engl milk är wott d Milch nüd appälaa = er will nicht Auskunft geben > mälch, mälchä
Dialekt:Möffäl
Deutsch:Muffel
(Möfful) unwilliges Gesicht?
Dialekt:möfflä
Deutsch:unwilliges Gesicht machen
auch mofflä
Dialekt:Muotiseil
Deutsch:
tuä we am Muotiseil = sich wild gebärden
Dialekt:Nidärjagd
Deutsch:Niederjagd
im Gegensatz zur Hochwildjagd
Dialekt:Pfäffär
Deutsch:Pfeffer
lat piper frz poivre ital pepe mhd pfeffer Gewürz,Wildbret
Dialekt:Putsch
Deutsch:Putsch
schweiz. Mundart, lautmalerisch gebildet, Bei uns: Wasserschwall, plötzliche Flutwelle eines Wildbaches dr Putsch chund! ä schöönä Putsch isch choo! engl push
Dialekt:räflä
Deutsch:freveln
(widerrechtlich Wild oder Holz fällen) mhd vrevelen Früher ein Hauptvergnügen, oft aber auch eine Lebensnotwendigkeit. In alten Gesetzen sehr häufig: Frevel = Verbrechen, Vergehen,freventlich = absichtlich, mutwillig, widerrechtlich (räflä = abk. frävlä
Dialekt:schpüürä
Deutsch:spüren
mhd spürn Wild spüren auch: gschpüürä Äs hed ä Jegär Zänd la ziä bim Doktär, der fragt: we hend Sie s gspürt? - Gschpüürt han i nüüd, abär wee taa heds eeländ värreckt!
Dialekt:Schtoos
Deutsch:Stoss
mhd stoz 1) Stoss, Streit, Haufe vgl An-, Degen-, Wind-, Horn-, Baggen-, Holz-, Hosen- -karren, -gebet, -seufzer in alten Urkunden: 1414 stösse oder krieg 1492 stöss und spän Viehwirtschaft: 1 Stoss = Weide für 1 Kuh (in Gülten: Kuhstösse) FN Stoss, Stössel, Baggenstos 2) Flurname Stoos (Morschach/Muotathal) 1322 an dem Stoisse vgl. Stoos AR Zwee Häxä hend einisch wellä d Flüä zämäschtoossä und äsoo ds Muätitaal värtränkä,dä hed di eint ghört (wil ds Bättglöggli glüütät hed) und di andär hed grüäft: schtooss, schtooss! - drum heissts etz det obä Schtoos! -
Dialekt:Schuälhuus
Deutsch:Schulhaus
Ried, Wil, Kloster, Bisisthal, Illgau
Dialekt:schwil
Deutsch:schwellen
(es schwillt) gschwullä
Dialekt:Schwil
Deutsch:Schwiele
auch Schwülli mhd swille Geschwulst
Dialekt:Täll
Deutsch:Tell
Wilhelm Tell Gasthaus
Dialekt:Tiär
Deutsch:Tier(e)
mhd tier (wildes Tier) äs hed Tiär von wilden thyeren Tieralpeli
Dialekt:Tüüfäl
Deutsch:Teufel
lat diavolus, mhd diuvel, Mehrzahl Tüüflä Verkl. Tüüfäli mid ds Tüüfels Gwalt ums Tüüfels Gottswillä alls Tüüfels (alles mögliche) dr Tüüfel obänand! kän Tüüfel drum gää i weiss kä Tüüfel me waas äs niid mi dr Tüüfel wunder Dr Tüüfel isch wän ich käs Gäld ha,dr Herrgott isch dr Rössliwiirt, wän är mr gliich äs Biär gid! ä aarmä Tüüfäl UR Tiifel > Blutt, Guggär, Hörälär, Tüüggär, Sataan
Dialekt:tuusig
Deutsch:tausend
mhd tûsent engl thousend ä paar tuusig z tuusigä ums tuusigs Gottswillä! Värgältsgott tuusigmaal! uf tuusig und zrugg (endlos) Tuusigär (Tausender): tuusigwüchig = 19-20 Jahre alt
Dialekt:twil
Deutsch:wegen
diinärtwillä deinertwillen > Willä, wellä
Dialekt:Uwil
Deutsch:Unwille
Dialekt:usööd
Deutsch:
mhd soeden (sieden), also nicht zu sieden, sehr, überaus,Wort alt und weitverbreitet ä usöödä Hungär BE wild, heftig, frech
Dialekt:uwäärd
Deutsch:unwert, nicht genehm, nicht willkommen
mhd unwert
Dialekt:um
Deutsch:für
um Gottswillä! um Gottsloo schaffä um käs Gäld um daas Gäld gääb ichs au um ä Tagloo um ä Frankä
Dialekt:uufghiijä
Deutsch:aufgehen
wenn etwas Verschlossenes sich öffnet wider Willen: d Türä, d Buurdi, ds Runggäli, d Züpfä isch uufghiid
Dialekt:värbällä
Deutsch:
Jagdhund führt den Jäger zum getroffenen Wild
Dialekt:värschnäpfä
Deutsch:sich im Reden unwillentlich verraten
Dialekt:värsuumä
Deutsch:versäumen, verpassen
(mhd versumen = vergessen) i ha mi värsuumät äs wäär ja ds Bättlä värsuumät (Nuschis Seebi vom Wildiheuen) ds Landrächt värsuumä,värsuumti Landlüüt värsuumägi Aarbet
Dialekt:värträägä
Deutsch:vertragen
1) ertragen diä Brügg mag das nüd värträägä das chan är nüd värträägä! äs mag si nüd värträägä = es ist nicht der Mühe wert 2) vertragen: an falschen Ort hintragen, nicht mehr auffindbar Am 22. Augst 1799 hat der Föhn etliche hundert Garne Wildheu vertragen (Vorsprech) d Chatz hed alls värtreid äs hed dr Schnee värtreid und hööchi Gwäächti gmacht 3) austragen: Mischt värträägä Poscht värträägä vgl umweltverträglich
Dialekt:Vorder
Deutsch:
Flurnamen: Vorder Hoftrog, Vorder Wil, Vorder Oberberg, Vorder Heuberg, Vorderthal, Vorder Dorf im Gegensatz zu Hinter ..
Dialekt:wäärd
Deutsch:wert, geschätzt, willkommen
nüggär wäärd Was hend iär da feil? - Muulaffä! - diä sind mäni wäärd, ass nur nu einä daa isch! > wärt, uwäärd
Dialekt:Walä
Deutsch:Walen
(alt für Welsche) vg. Walenstadt SG (Stadt der Walen = Räter) Walensee SG/GL (Waläsee) Walchwil ZG (Walchwiilä) > wältsch
Dialekt:we
Deutsch:wie
(unbetont, betont > wiä) we dr Vattär, we d Muättär, we Goofä, we viil? we lang? we susch, we geschtär, we värruckt, we nüd gschiid, machs we drs zeigt ha! mä chas machä we mä will, isch äs nüd rächt! Chraft we-n-äs Ross, äs isch we-n-ä so nüd rächt chasch machä we d wottisch
Dialekt:wedäs
Deutsch:welches
oordäli wedäs as d wottisch (du kannst machen welches du willst) wedäs as wend (ob sie wollen oder nicht) > weläs
Dialekt:weidli
Deutsch:hurtig, sofort
mhd weidenliche (vgl Weidmann: Jäger, der sich am Wild weidet) Hebel weidli Lienert weideli
Dialekt:wellä
Deutsch:wollen, gewollt
ahd wellan, mhd wellen, wollen nüd bloss wellä!äs muäss nu wellä sä chunds chu rägnä das hends alig wellä haa (für wahr halten) ds Wättär hed is wellä (war uns gutgesinnt) dr Welli und dr Mögi > wil, wemmär, wend, wett, wott, Willä
Dialekt:widärnüüd
Deutsch:
für nüüd und widär nüüd! (UR beten für nichts und wider nichts: nicht uns zulieb und nicht anderen zuleid, es geschehe Dein Wille!) > zuägädälä
Dialekt:Widärwil
Deutsch:Widerwillen
Dialekt:Wiibli
Deutsch:Weiblein
mhd wîbelin 1) kleine Frau, Koseform für Weib Hend iär dr Chubäli nu kännt? Ja sauft, und ds Wiibli au! - Weer? ääs, ds Phäliini, mis Wiibli, d Frau! 2) weibliches Tier (von wilden Tieren > Männdli)
Dialekt:wiil
Deutsch:er/sie/es will
(betont) är wiil und wiil nüüd > wil (unbetont)
Dialekt:Wiil
Deutsch:
häufiger Ortsname Wil, Wyl lat villa (Weiler)
Dialekt:Wiil
Deutsch:Weile, Zeit
mhd hwile engl while äs Wiili dr Wiil nüd dr Wiildr Wiil haa, laa Gotthelf dr Wyl ha > aläwiil, Chuurzwiil, langwiilig, Wiili, drwiil, iilä
Dialekt:Zäll
Deutsch:
Ortsname Zell LU ZH vgl. Appenzell, Wilerzell
Dialekt:zbescht
Deutsch:das beste, zu best
zbeschtredä = zugunsten eines reden i wil im ä chli gu zbeschtredä äs hed um niämärt zbeschtgredt
Dialekt:Ziirk
Deutsch:Zirkrecht
Recht auf Wildiheu in bestimmten Bezirken. Kreis, lat circus vgl Bezirk, Zirkel, Zirkus Ziirk nää, übärchoo, auch ziirknä: am 1. August morgens 7 Uhr am Teilplatz > Wildiheu
Dialekt:zuänis
Deutsch:zu uns kommen
är isch zuänis choo auf Besuch gekomen zuänis choo! = Willkommen! auf Wiedersehen! Gotthelf zueche cho
Dialekt:züüslä
Deutsch:zeuseln
vgl Zunder jee we mängs Huus isch scho värbrunnä, wil d Goofä züüslät hend! Lienert Züsler (Brandstifter), zöisleanderswo Züsler = Irrlicht(er), wandernde Seele(n)
Dialekt:Zwächälä
Deutsch:
Kluge: Zwehle, Handtuch aus Zwilch Zwächäli mhd twechel, zwechel, hantwechel ZH ZG Zwääli NW Taschentuch
Dialekt:Zwiisäl
Deutsch:
Baum mit Zwilling-Stamm värzwiislät vgl Familienname Zwiesler
Dialekt:Zwilch
Deutsch:Zwillich, Zwirn
mhd zwilich (zweifädig) zwilchägi Hosä sind etz mid dä Tschiins (Jeans) widär i d Modä choo! 1465 kein werch noch lynis noch zwylch > Zwächälä, Drilch
Dialekt:Zwiling
Deutsch:Zwilling
mhd zwilich kint
Dialekt:zwil
Deutsch:zu Willen
si muäss im eistär zwillä sii