Muotathaler Dialekt Schriftsprache Erläuterung Foto Audio
Gottahd mhd got, engl god Bei uns meist nur in Zusammensetzung gebräuchlich: der liäb Gott, i Gotts Namä, der Herrgott, Jesses Gott! zu Gott bättä, Muättergottes, Värgältsgott, Hälf diär Gott! Verballhornungen: > bigoscht, Goppelau, Gopf.. , potz...
GottertGottharduf em Gottert obä übärä Gottert
GottertliGotthardliFlurname: kleiner Gotthard (Gründel)
Gottä, GöttiPatin, Patemhd gote, göte: aus Gevatter, ahd gotfater, engl godfather = Vaterstellvertreter Götti und Gotten 1578, Gfateren und Gfeterin, Goten und Götin Gotthelf Gotte, Götti > Chrisä-, Schlotter-
GottliPatenkindPatenkind
Gotts-Gottes-
Gottsäärdäschandalle erdenkliche Schande auf Gottes Erde
Gottshuusaltes Wort für Kirche oder Kloster mhd gothus vgl Ortsname Gottshaus
GottslooGotteslohnum Gottsloo öppis machä
Gottsnamäin Gottes Nameni Gotts Namä! isch nüd gfluächät!
GottswilläGotteswillenum Gott(äs)swillä! Ausruf des Entsetzens BE Gottwilchä: mit Gott willkommen
gottäfroogottsfroh, herrgottsfroh
gottloobgottlobahd gote sî lob
gottloobloosgottlosmhd lôs = frei, ledig, ohne Schimpfwort bei uns aber meist nur Kraftwort (wie usinnig): gottlos schöön, fromm, braaf,gottlos gschruuä, wee taa
gottloobseelänäleiganz allein> muätärseelänälei
gottsärbäärmligottsärbäärmli gschruuä -
Gottmärchiidlange Ausführungen über diesen Ausspruch, früher in verschiedenen Formen weit verbreitetet Wänn einä sich värschtellt und meint, Gott merki nüüd: das isch nur ä Gottmärchiid! BE Gottmersprich (wie wenn), NW Gottversprich (Empörungswort), OW Godversprich (als ob), engl God forbid! (Gott verbiete es!)
äändliähnlichGotthelf auf und ähnlich
AarfläArmvolläs Äärfäli Holz Gotthelf umarflen Lienert arflewys engl armfull
ääsigessbaräs ääsigs Gresli essfreudig: äs ääsigs Chuäli Gotthelf: äsig
adeelebewohl(Gott empfohlen) auch adiä esä sägä-n-ich etz adiä auch adiöö
änätDuden: “schweizerisch für jenseits” änät äm Pragel, änät äm Bach vgl. Ennetbirg (Gebirgsland jenseits des Gotthards), Ennetmarch (alter Name für Urnerboden), Ennetbaden, Ennetbühl, Ennetbürgen, Ennetmoos, Ennetsee
äxprässägschpräss express zum Trotz äxpräss hed ärs gmacht Gotthelf express
Bättigottäüberfromme Frau
bättäbetengu bättä gaa bbättät Bischof Caminada fragte ein Mädchen: hesch hütt au bbettet (Churer Deutsch für bättä) am Morge? - nei, i ha müässä gu d Häfä läärä! (> bettä) zu Gott bättä: Gebet in der Kirche für einen Sterbenden (das geschah einmal für den Rüteli Klemens - da kam er selber dazu!) über ä Tisch bättä: Tischgebet verrichten
bhüät di Gottbehüt dich Gottmhd behüeten bhüätis: bei Gott nicht!
bigoschtbei Gott, wahrhaftig> bimeich, goppelau
BubichopfBubikopf(Haarschnitt) Pfr. Fässler zu einem Mädchen: d Muettergottes hed ä kä Bubichopf ghaa! - Ja und der heilig Josef ä kä Töff!
BundGott mit den Menschen in der Bibel, Alter Bund, Neuer Bund
ChiläKirche(Gemeinschaft der Gläubigen, Gebäude, Gottesdienst) mhd kirche, kilche anderswo Chirche (vgl ON Kirchberg, Kirchdorf) Mz: mr hend 7 Chilä (Chilänä?) im Taal Verkl. Chiläli Kirchlein z Chilä gaa am Sunntig zChilä tuä = beerdigen wer tüänds da z Chilä? - der vorderisch! Gottesdienst: isch hüt kä Chilä? vor Chiläs, undär Chiläs, na Chiläs (Genitivbildung)
Chrisägottä, ChrisägöttiFirmpatenab 1712: Krisengötti, Chrisamgottin > chrismä
ChrisägöttiFirmpatenab 1712: Krisengötti, Chrisamgottin > chrismä
chrismäfirmen(mit Chrisam salben) mhd krisemen > Chrisägottä
chrüüzläwiiskreuzweis-fideel vgl herrgottsdumm
derderd(e)r Vatter, d(e)r Herrgott, d(e)r Bach
dörffädürfen, gedurftahd durfan dörffä barfuäss gaa är hed nüd dörffä uufschtaa (ist noch krank) daarfsch is Wassär? (wagen) Gotthelf
EerägäntärliEhrenschrank, Herrgottsgottswinkel, Brotkasten, Schrank mit Auszeichnungen
FäldgottesdiänschtFeldgottesdienst
Firmgottä, FirmgöttiFirmpaten> chrismä, Chrisä-
FräßsackNimmersatt(war zuvorderst, als der Herrgott die Mäuler verteilte)
frommfrommmhd vrom, vrum huärä fromm, gottloos fromm
FroonfaschtäFronfasten(für Gott den Herrn) Fronfastenkind
GaltveeGaltviehds Herrgottä Galtvee: alte Jungfern
GandGegend mit Geröllmhd gant “Brügg, Bödäli und Gand, liid alls i Gottes Hand” 1388 Schlacht bei Näfels: “die Glarner wichen in ein Gand”. Weit verbreiteter Flurname: Landquart Ganda, Zermatt Gandegg, Zernez Las Gandas, Südtirol ob Kalteren Obere und Untere Gand FN: Gander, Gandner, Zur-, Inder- neu im Flurschutz: Gefahr des Übergandens (NW ubergande) vgl Gandeggä
gaumäachthaben, hüten gaumenobd mhd goumen ggaumät: urspr. Haus hüten während Gottesdienst oder Feldarbeit,Vieh hüten, wo keine Zäune:“Geiss und Küh in den Gängen zu gaumen ist verboten” Mancherorts betete man nach dem Abend-Rosenkranz noch 1 Vaterunser “für diä Seelä wo üs wachid und gaumid”
geugglätun wie ein G.Gotthelf geuggle
giirädasdas gleiche wie giipschä d Türä giirät Gotthelf giiren> chiirbschä
Gitzijunge Ziege, Kitze, Zickleinahd kizzi mhd kitze Gitzifleisch Hebel Gizi Gotthelf Gitzimist
Gnaad Gottmöge Gottes Gnade dies verhüten (oder bestrafen)!
gnagänagen, benagenmhd nagen det hesch z gnagä, si hend gnagätGotthelf, Lienert gnage
gnepfähinken, neigen, wackeln, kippenmhd gnepfen (sich neigen)Gotthelf gnepfen, Lienert gnipfe > gnappä
Goppälauhoffentlich auch! ja natürlich! bei Gott, ja!
jämmärligottsjämmärli gschruuäHälf diär Gott!
GötzGötzemhd götze Götzädiänscht FN Götz (Gottfried), siehe Pfarrhelfer Goetz > Öölgötz
graasäGras mähen zum VerfütternGotthelf grasen
greupfrääsigheikel beim Essen, isst nicht allesGreupfrääslig! greupelfräsig Gotthelf gräubäsig, Lienert gräubfrässig anderswo gschnäderfräsig >?chögg
grüäziurspr. Gott grüsse dich! bei uns früher nicht bekannt, dafür Taggruss
hälffähelfenmhd helfen Hälf dir Gott is Himäli uufä! > hilf, Hilf, hulf, ghulffä, Hülf
heilloosheillos(Verstärkungswort heilos vgl. gottloos
HerrgottHerrgottüsä Herrgott Herrgott! Zornwort auch Hergolani! Im Hergott = Herrgottstutz
Herrgotts-Bluämäverschiedene Blumen mit diesem Namen
HerrgottsschtutzSchimpfwort auch Flurname
HerrgottstaagFronleichnam
Herrgottstaagsehr schöner Tag
Herrgottswättärsehr schönes Wetter
HerrgottswinkelHerrgottswinkel in der Stube (mit Kreuz und Bildern)
herrgottsguätä herrgotts Laui isch das gsii: eine Jahrhundert-Laui (1999 Bisisthal)
herrgottsschönherrgottsschön
herrgottswüäschtherrgottswüst
HerrschaftKraftwort (steht für Herrgott!)
HimälHimmel(Himul) mhd himel im Himel obä am Himel obä ums Himels willä! Hälf dr Gott i Himäl uufä! (bei Niessen) > Geisshimäl, Rosshimäl, hölzigä Himäl
HimäliKinderwort für Himmel Hälf diär Gott is Himäli uufä!
HundschöpfiFlurname Lehrer Weissen: Gott ist Schöpfer der Welt,wer kennt noch andere Worte dafür? Schüler: Suppäschöpfer, Hundschöpfer!
HuusHausahd hûs engl house > Aarmä-, Chrankä-, Füür-, Gadä-, Gotts-, Holz-, Milch-, Nüü-, Siächä-, Schnäggä-, Schützä-, Voor-, Weisä-, Wiirts-
jawooljawohl(verstärktes ja) Gotthelf, Lienert jawolle
jeckärsJeckärs Gott! auch Jeeckärs > jerä, jessäs
jeedätAusruf des Entsetzens jeedät Gott! jeedetli au! > jenx
jeeräAusruf Jeerägott! o Gott! auch jerä!
jeräjerä Gott! jerä Gott und Vatter au! jeräli au! auch jeerä, jörä
jeesänäjammern und Jesses rufen Jeesäs Gott! Jessäs Gott!
Jessäs Gott!Jessäs Gott und Vatter au! Jessäs Maria! auch Jöösäsgott! Gotthelf Ises! Yses!
LehrbuäbLehrbubGotthelf Lehrbub
liäbliebmhd liep ä liäbä, ä liäbi, äs liäbs (ordentlich, freundlich) bis liäb! diär zliäb dr liäb Gott nüd zliäb (nicht der Mühe wert) liäbä und Liäbi gibt es bei uns im Thal auch, aber nicht mit diesen Worten,es heisst gäärä haa, ä Schatz haa > uliäb
Liäbgottder liebe Gott> Herrgott, Heiland
maläfizmaläfizschöön vgl höllisch schöön, gottloos schöön
MariijaMaria(Mutter Jesu) diä drii Mariijä: die drei Mareien (an Ostern) > Muättärgottäs, Liäbfrauä
merssifrz merci mhd merzi früher sagten wir Värgälts Gott!
MüattärgottäsMuttergottes, Maria, Mutter JesuMaria-Bild - taag = 15.August -chäfärli -schüäli Rhiner 208 > Liäbfrauä
Müattärgöttässlikleines Muttergottes-Standbild
MüättergottestagMarientag
nachäwovon vo waas nachä? dänk vo öppis nachä! vo welä nachä? Gotthelf von braver Familie nache
niädäräein jederä niädärä chund öppis übär Id 2,1165/15,490 Greyerz I 68 Gotthelf en iederi, es nieders > niätwedärä-, jet-, keit-
numedänoch mehr als, sogarund aagschnerzt hed ärs numedän äs maal! numedä di Altä gand driuusä! auch: numedigs: ds Rasäli hed allnä Duu gseid, si tüäg das numedigs am Herrgott! > medig
nüüssäniesen, niessenmhd niesen ärnüüssä Wünsche zum Niessen: Hälf dr Gott! Zusatz für Kinder: is Himäli uufä! heute: Gsundheit! - danke! - bitte!
obmerchiin der Meinung dass >?Gottmärchiid
potzpotz = gotts.. potzblitz potzcheib potztuusig Id 4,1996
prässiäräeilen, sich sputenGotthelf pressieren > Äxpräss
räässrässmhd raeze, engl racy scharf im Geschmack: räässä Chääs scharf im Tun: ä räässi Antwort d Sunnä schiint alig rääss im Herbscht Gotthelf ein rässer Herr, Lienert ä rässe Wind rässsär, räässäschtä (Steigerung)
ReischtiReist-Zug Duden: Riese (Holzrutsche im Gebirge,bayr Reiste) Reglement betr. Holzriesen (Reistzüge) längs der Gotthardbahn > Gleis, Gleit, Greis
sataanischsehr, fest, starkäs tuät sataanisch wee vgl huärä, herrgotts ..
ScheesäKutsche, Kinderwagen, Frauenzimmerfrz chaise Scheesli Schwyz: Scheeisä, Scheeisli Gotthelf Chaise, Chaisli, Chaischen
SchiffSchiffmhd schif, skif Chiläschiff: Mä gseeds ja nüd vom Schiff uus Gülten, Gotthelf: mit Schiff und Gschiirr = die ganze Fahrhabe (Schiff = Gefässe > Wassärschiff)
SchlaagSchlagmhd slag, slaht ä Schlaag Holz dr Schlaag hed ä troffä (früher: Schlag Gottes) z Schlaag choo mid eim (urspr. im Zweikampf) ä gschpässägä Schlaag Lüüt Verschlag (neu: Schlafzimmer) we im ä Tuubä- schlaag Mz Schleeg Verkl. Schlegli > Schlag-, Schlegel, Schlegmilch
SchlegelSchlägel, Keule, Holzhammer, SchenkelSchlegäli Familienname Schlegel (Jarzit der Schlegligen mhd slegel Schlegel a Weggä = Schlag auf Schlag zwüschäd Schlegul und Weggä: Klemme, Zwickmühle Gotthelf mit Schlegel und Weggen (mit aller Kraft, gründlich) > Holz-, Trummlä-
SchlottärgöttiStatthalter bei Taufe-götti, -gottä, -ässä, Schlottärätä (Taufessen) Wort und Sache einst weitverbreitet, Worterklärung unsicher
schmöckäschmecken, riechenmhd smecken, engl smack ds Wättär schmöckä ä Hund schmöckt am Bodä nachä a) gut: a dä Bluämä schmöckä: diä Bluämä schmöckid guät! b) schlecht: är / äs schmöckt = er / es stinkt Wenn ein Deutscher uns beim Essen fragt: schmeckt es? heisst es aufpassen mit der Antwort! Gotthelf, Lienert schmöcke
SchöpfärSchöpfermhd schaepfer: Schöpfgerät,Erschaffer Lehrer Weissen: wir haben jetzt von Gott dem Schöpfer geredet, weiss einer noch ein anderes Wort? - Schüler: Suppäschöpfär, Hundschöpfär! Gschöpf
schtuurbstürbeNach anderer Meinung soll obige Frau gesagt haben: i schtuurb etz afig einisch! 1315 wär ouch dass einer sturbe (Bundesbrief) Gotthelf sturb
SchtäärnächeibSchimpfwort, Kraftwort (Stern für Himmel oder Gott) Kosewort für ein Neugeborenes: e du chliinä Schtäärnächeib!
schtäärns-Kraftwort wie herrgotts- schtärnsvärruckt
schtälästehlenmdh steln Schtäli! du schtilscht, är schtilt, i schtul (1799 die Russen stuhlen), är hed gschtolä am Herrgott dr Taag abschtälä
schtandwir/ihr/sie stehen, steht!schtand graad! Lienert mier stand Jodelmesse Marty: Herrgott, miär stönd vor Diär! > schtaa
SchtrauStrohmhd stro, strauw,engl straw Gschtrau Gotthelf Strau
schtriitigstreitigmhd strîteg anstrengend (Gotthelf streitig) vgl. strittig
SchtunggisKartoffelstock(Zerstossenes) mhd stung neu Stocki, Stoggi UW Eintopf Gotthelf Stungg > Gumälischtunggis
Schtutzsteiler Weg, stotzige Haldemhd stutz (gleichbedeutend wie Stoos) Mz Schtütz vgl stutzig > Herrgottschtutz, Gopfridschtutz neu: Franken vgl Flur- und Familienname Stutz, Stutzer, Amstutz
SchübelSchübel(mhd schübel: Stopfbüschel, Menge, Haufen) ä Schübel Lüüt, äs Schübäli Goofä (>Tschupplä), ä Schübel Schtei Gotthelf Schübel, Schübeli vgl Familienname Schübel, Ortsname Schübelbach > Tschuppelbach > -grind (Dickkopf), -oorä (übelhörig)
Dialekt:Gott
Deutsch:
ahd mhd got, engl god Bei uns meist nur in Zusammensetzung gebräuchlich: der liäb Gott, i Gotts Namä, der Herrgott, Jesses Gott! zu Gott bättä, Muättergottes, Värgältsgott, Hälf diär Gott! Verballhornungen: > bigoscht, Goppelau, Gopf.. , potz...
Dialekt:Gottert
Deutsch:Gotthard
uf em Gottert obä übärä Gottert
Dialekt:Gottertli
Deutsch:Gotthardli
Flurname: kleiner Gotthard (Gründel)
Dialekt:Gottä, Götti
Deutsch:Patin, Pate
mhd gote, göte: aus Gevatter, ahd gotfater, engl godfather = Vaterstellvertreter Götti und Gotten 1578, Gfateren und Gfeterin, Goten und Götin Gotthelf Gotte, Götti > Chrisä-, Schlotter-
Dialekt:Gottli
Deutsch:Patenkind
Patenkind
Dialekt:Gotts-
Deutsch:Gottes-
Dialekt:Gottsäärdäschand
Deutsch:alle erdenkliche Schande auf Gottes Erde
Dialekt:Gottshuus
Deutsch:
altes Wort für Kirche oder Kloster mhd gothus vgl Ortsname Gottshaus
Dialekt:Gottsloo
Deutsch:Gotteslohn
um Gottsloo öppis machä
Dialekt:Gottsnamä
Deutsch:in Gottes Namen
i Gotts Namä! isch nüd gfluächät!
Dialekt:Gottswillä
Deutsch:Gotteswillen
um Gott(äs)swillä! Ausruf des Entsetzens BE Gottwilchä: mit Gott willkommen
Dialekt:gottäfroo
Deutsch:gottsfroh, herrgottsfroh
Dialekt:gottloob
Deutsch:gottlob
ahd gote sî lob
Dialekt:gottloobloos
Deutsch:gottlos
mhd lôs = frei, ledig, ohne Schimpfwort bei uns aber meist nur Kraftwort (wie usinnig): gottlos schöön, fromm, braaf,gottlos gschruuä, wee taa
Dialekt:gottloobseelänälei
Deutsch:ganz allein
> muätärseelänälei
Dialekt:gottsärbäärmli
Deutsch:
gottsärbäärmli gschruuä -
Dialekt:Gottmärchiid
Deutsch:
lange Ausführungen über diesen Ausspruch, früher in verschiedenen Formen weit verbreitetet Wänn einä sich värschtellt und meint, Gott merki nüüd: das isch nur ä Gottmärchiid! BE Gottmersprich (wie wenn), NW Gottversprich (Empörungswort), OW Godversprich (als ob), engl God forbid! (Gott verbiete es!)
Dialekt:äändli
Deutsch:ähnlich
Gotthelf auf und ähnlich
Dialekt:Aarflä
Deutsch:Armvoll
äs Äärfäli Holz Gotthelf umarflen Lienert arflewys engl armfull
Dialekt:ääsig
Deutsch:essbar
äs ääsigs Gresli essfreudig: äs ääsigs Chuäli Gotthelf: äsig
Dialekt:adee
Deutsch:lebewohl
(Gott empfohlen) auch adiä esä sägä-n-ich etz adiä auch adiöö
Dialekt:änät
Deutsch:
Duden: “schweizerisch für jenseits” änät äm Pragel, änät äm Bach vgl. Ennetbirg (Gebirgsland jenseits des Gotthards), Ennetmarch (alter Name für Urnerboden), Ennetbaden, Ennetbühl, Ennetbürgen, Ennetmoos, Ennetsee
Dialekt:äxpräss
Deutsch:
ägschpräss express zum Trotz äxpräss hed ärs gmacht Gotthelf express
Dialekt:Bättigottä
Deutsch:überfromme Frau
Dialekt:bättä
Deutsch:beten
gu bättä gaa bbättät Bischof Caminada fragte ein Mädchen: hesch hütt au bbettet (Churer Deutsch für bättä) am Morge? - nei, i ha müässä gu d Häfä läärä! (> bettä) zu Gott bättä: Gebet in der Kirche für einen Sterbenden (das geschah einmal für den Rüteli Klemens - da kam er selber dazu!) über ä Tisch bättä: Tischgebet verrichten
Dialekt:bhüät di Gott
Deutsch:behüt dich Gott
mhd behüeten bhüätis: bei Gott nicht!
Dialekt:bigoscht
Deutsch:bei Gott, wahrhaftig
> bimeich, goppelau
Dialekt:Bubichopf
Deutsch:Bubikopf
(Haarschnitt) Pfr. Fässler zu einem Mädchen: d Muettergottes hed ä kä Bubichopf ghaa! - Ja und der heilig Josef ä kä Töff!
Dialekt:Bund
Deutsch:
Gott mit den Menschen in der Bibel, Alter Bund, Neuer Bund
Dialekt:Chilä
Deutsch:Kirche
(Gemeinschaft der Gläubigen, Gebäude, Gottesdienst) mhd kirche, kilche anderswo Chirche (vgl ON Kirchberg, Kirchdorf) Mz: mr hend 7 Chilä (Chilänä?) im Taal Verkl. Chiläli Kirchlein z Chilä gaa am Sunntig zChilä tuä = beerdigen wer tüänds da z Chilä? - der vorderisch! Gottesdienst: isch hüt kä Chilä? vor Chiläs, undär Chiläs, na Chiläs (Genitivbildung)
Dialekt:Chrisägottä, Chrisägötti
Deutsch:Firmpaten
ab 1712: Krisengötti, Chrisamgottin > chrismä
Dialekt:Chrisägötti
Deutsch:Firmpaten
ab 1712: Krisengötti, Chrisamgottin > chrismä
Dialekt:chrismä
Deutsch:firmen
(mit Chrisam salben) mhd krisemen > Chrisägottä
Dialekt:chrüüzläwiis
Deutsch:kreuzweis
-fideel vgl herrgottsdumm
Dialekt:der
Deutsch:der
d(e)r Vatter, d(e)r Herrgott, d(e)r Bach
Dialekt:dörffä
Deutsch:dürfen, gedurft
ahd durfan dörffä barfuäss gaa är hed nüd dörffä uufschtaa (ist noch krank) daarfsch is Wassär? (wagen) Gotthelf
Dialekt:Eerägäntärli
Deutsch:Ehrenschrank, Herrgottsgottswinkel, Brotkasten, Schrank mit Auszeichnungen
Dialekt:Fäldgottesdiänscht
Deutsch:Feldgottesdienst
Dialekt:Firmgottä, Firmgötti
Deutsch:Firmpaten
> chrismä, Chrisä-
Dialekt:Fräßsack
Deutsch:Nimmersatt
(war zuvorderst, als der Herrgott die Mäuler verteilte)
Dialekt:fromm
Deutsch:fromm
mhd vrom, vrum huärä fromm, gottloos fromm
Dialekt:Froonfaschtä
Deutsch:Fronfasten
(für Gott den Herrn) Fronfastenkind
Dialekt:Galtvee
Deutsch:Galtvieh
ds Herrgottä Galtvee: alte Jungfern
Dialekt:Gand
Deutsch:Gegend mit Geröll
mhd gant “Brügg, Bödäli und Gand, liid alls i Gottes Hand” 1388 Schlacht bei Näfels: “die Glarner wichen in ein Gand”. Weit verbreiteter Flurname: Landquart Ganda, Zermatt Gandegg, Zernez Las Gandas, Südtirol ob Kalteren Obere und Untere Gand FN: Gander, Gandner, Zur-, Inder- neu im Flurschutz: Gefahr des Übergandens (NW ubergande) vgl Gandeggä
Dialekt:gaumä
Deutsch:achthaben, hüten gaumen
obd mhd goumen ggaumät: urspr. Haus hüten während Gottesdienst oder Feldarbeit,Vieh hüten, wo keine Zäune:“Geiss und Küh in den Gängen zu gaumen ist verboten” Mancherorts betete man nach dem Abend-Rosenkranz noch 1 Vaterunser “für diä Seelä wo üs wachid und gaumid”
Dialekt:geugglä
Deutsch:tun wie ein G.
Gotthelf geuggle
Dialekt:giirä
Deutsch:das
das gleiche wie giipschä d Türä giirät Gotthelf giiren> chiirbschä
Dialekt:Gitzi
Deutsch:junge Ziege, Kitze, Zicklein
ahd kizzi mhd kitze Gitzifleisch Hebel Gizi Gotthelf Gitzimist
Dialekt:Gnaad Gott
Deutsch:
möge Gottes Gnade dies verhüten (oder bestrafen)!
Dialekt:gnagä
Deutsch:nagen, benagen
mhd nagen det hesch z gnagä, si hend gnagätGotthelf, Lienert gnage
Dialekt:gnepfä
Deutsch:hinken, neigen, wackeln, kippen
mhd gnepfen (sich neigen)Gotthelf gnepfen, Lienert gnipfe > gnappä
Dialekt:Goppälau
Deutsch:hoffentlich auch! ja natürlich! bei Gott, ja!
Dialekt:jämmärli
Deutsch:
gottsjämmärli gschruuäHälf diär Gott!
Dialekt:Götz
Deutsch:Götze
mhd götze Götzädiänscht FN Götz (Gottfried), siehe Pfarrhelfer Goetz > Öölgötz
Dialekt:graasä
Deutsch:Gras mähen zum Verfüttern
Gotthelf grasen
Dialekt:greupfrääsig
Deutsch:heikel beim Essen, isst nicht alles
Greupfrääslig! greupelfräsig Gotthelf gräubäsig, Lienert gräubfrässig anderswo gschnäderfräsig >?chögg
Dialekt:grüäzi
Deutsch:
urspr. Gott grüsse dich! bei uns früher nicht bekannt, dafür Taggruss
Dialekt:hälffä
Deutsch:helfen
mhd helfen Hälf dir Gott is Himäli uufä! > hilf, Hilf, hulf, ghulffä, Hülf
Dialekt:heilloos
Deutsch:heillos
(Verstärkungswort heilos vgl. gottloos
Dialekt:Herrgott
Deutsch:Herrgott
üsä Herrgott Herrgott! Zornwort auch Hergolani! Im Hergott = Herrgottstutz
Dialekt:Herrgotts-Bluämä
Deutsch:
verschiedene Blumen mit diesem Namen
Dialekt:Herrgottsschtutz
Deutsch:
Schimpfwort auch Flurname
Dialekt:Herrgottstaag
Deutsch:Fronleichnam
Dialekt:Herrgottstaag
Deutsch:sehr schöner Tag
Dialekt:Herrgottswättär
Deutsch:sehr schönes Wetter
Dialekt:Herrgottswinkel
Deutsch:
Herrgottswinkel in der Stube (mit Kreuz und Bildern)
Dialekt:herrgottsguät
Deutsch:
ä herrgotts Laui isch das gsii: eine Jahrhundert-Laui (1999 Bisisthal)
Dialekt:herrgottsschön
Deutsch:herrgottsschön
Dialekt:herrgottswüäscht
Deutsch:herrgottswüst
Dialekt:Herrschaft
Deutsch:
Kraftwort (steht für Herrgott!)
Dialekt:Himäl
Deutsch:Himmel
(Himul) mhd himel im Himel obä am Himel obä ums Himels willä! Hälf dr Gott i Himäl uufä! (bei Niessen) > Geisshimäl, Rosshimäl, hölzigä Himäl
Dialekt:Himäli
Deutsch:
Kinderwort für Himmel Hälf diär Gott is Himäli uufä!
Dialekt:Hundschöpfi
Deutsch:
Flurname Lehrer Weissen: Gott ist Schöpfer der Welt,wer kennt noch andere Worte dafür? Schüler: Suppäschöpfer, Hundschöpfer!
Dialekt:Huus
Deutsch:Haus
ahd hûs engl house > Aarmä-, Chrankä-, Füür-, Gadä-, Gotts-, Holz-, Milch-, Nüü-, Siächä-, Schnäggä-, Schützä-, Voor-, Weisä-, Wiirts-
Dialekt:jawool
Deutsch:jawohl
(verstärktes ja) Gotthelf, Lienert jawolle
Dialekt:jeckärs
Deutsch:
Jeckärs Gott! auch Jeeckärs > jerä, jessäs
Dialekt:jeedät
Deutsch:
Ausruf des Entsetzens jeedät Gott! jeedetli au! > jenx
Dialekt:jeerä
Deutsch:
Ausruf Jeerägott! o Gott! auch jerä!
Dialekt:jerä
Deutsch:
jerä Gott! jerä Gott und Vatter au! jeräli au! auch jeerä, jörä
Dialekt:jeesänä
Deutsch:
jammern und Jesses rufen Jeesäs Gott! Jessäs Gott!
Dialekt:Jessäs Gott!
Deutsch:
Jessäs Gott und Vatter au! Jessäs Maria! auch Jöösäsgott! Gotthelf Ises! Yses!
Dialekt:Lehrbuäb
Deutsch:Lehrbub
Gotthelf Lehrbub
Dialekt:liäb
Deutsch:lieb
mhd liep ä liäbä, ä liäbi, äs liäbs (ordentlich, freundlich) bis liäb! diär zliäb dr liäb Gott nüd zliäb (nicht der Mühe wert) liäbä und Liäbi gibt es bei uns im Thal auch, aber nicht mit diesen Worten,es heisst gäärä haa, ä Schatz haa > uliäb
Dialekt:Liäbgott
Deutsch:der liebe Gott
> Herrgott, Heiland
Dialekt:maläfiz
Deutsch:maläfiz
schöön vgl höllisch schöön, gottloos schöön
Dialekt:Mariija
Deutsch:Maria
(Mutter Jesu) diä drii Mariijä: die drei Mareien (an Ostern) > Muättärgottäs, Liäbfrauä
Dialekt:merssi
Deutsch:
frz merci mhd merzi früher sagten wir Värgälts Gott!
Dialekt:Müattärgottäs
Deutsch:Muttergottes, Maria, Mutter Jesu
Maria-Bild - taag = 15.August -chäfärli -schüäli Rhiner 208 > Liäbfrauä
Dialekt:Müattärgöttässli
Deutsch:
kleines Muttergottes-Standbild
Dialekt:Müättergottestag
Deutsch:Marientag
Dialekt:nachä
Deutsch:
wovon vo waas nachä? dänk vo öppis nachä! vo welä nachä? Gotthelf von braver Familie nache
Dialekt:niädärä
Deutsch:ein jeder
ä niädärä chund öppis übär Id 2,1165/15,490 Greyerz I 68 Gotthelf en iederi, es nieders > niätwedärä-, jet-, keit-
Dialekt:numedä
Deutsch:noch mehr als, sogar
und aagschnerzt hed ärs numedän äs maal! numedä di Altä gand driuusä! auch: numedigs: ds Rasäli hed allnä Duu gseid, si tüäg das numedigs am Herrgott! > medig
Dialekt:nüüssä
Deutsch:niesen, niessen
mhd niesen ärnüüssä Wünsche zum Niessen: Hälf dr Gott! Zusatz für Kinder: is Himäli uufä! heute: Gsundheit! - danke! - bitte!
Dialekt:obmerchi
Deutsch:
in der Meinung dass >?Gottmärchiid
Dialekt:potz
Deutsch:
potz = gotts.. potzblitz potzcheib potztuusig Id 4,1996
Dialekt:prässiärä
Deutsch:eilen, sich sputen
Gotthelf pressieren > Äxpräss
Dialekt:rääss
Deutsch:räss
mhd raeze, engl racy scharf im Geschmack: räässä Chääs scharf im Tun: ä räässi Antwort d Sunnä schiint alig rääss im Herbscht Gotthelf ein rässer Herr, Lienert ä rässe Wind rässsär, räässäschtä (Steigerung)
Dialekt:Reischti
Deutsch:
Reist-Zug Duden: Riese (Holzrutsche im Gebirge,bayr Reiste) Reglement betr. Holzriesen (Reistzüge) längs der Gotthardbahn > Gleis, Gleit, Greis
Dialekt:sataanisch
Deutsch:sehr, fest, stark
äs tuät sataanisch wee vgl huärä, herrgotts ..
Dialekt:Scheesä
Deutsch:Kutsche, Kinderwagen, Frauenzimmer
frz chaise Scheesli Schwyz: Scheeisä, Scheeisli Gotthelf Chaise, Chaisli, Chaischen
Dialekt:Schiff
Deutsch:Schiff
mhd schif, skif Chiläschiff: Mä gseeds ja nüd vom Schiff uus Gülten, Gotthelf: mit Schiff und Gschiirr = die ganze Fahrhabe (Schiff = Gefässe > Wassärschiff)
Dialekt:Schlaag
Deutsch:Schlag
mhd slag, slaht ä Schlaag Holz dr Schlaag hed ä troffä (früher: Schlag Gottes) z Schlaag choo mid eim (urspr. im Zweikampf) ä gschpässägä Schlaag Lüüt Verschlag (neu: Schlafzimmer) we im ä Tuubä- schlaag Mz Schleeg Verkl. Schlegli > Schlag-, Schlegel, Schlegmilch
Dialekt:Schlegel
Deutsch:Schlägel, Keule, Holzhammer, Schenkel
Schlegäli Familienname Schlegel (Jarzit der Schlegligen mhd slegel Schlegel a Weggä = Schlag auf Schlag zwüschäd Schlegul und Weggä: Klemme, Zwickmühle Gotthelf mit Schlegel und Weggen (mit aller Kraft, gründlich) > Holz-, Trummlä-
Dialekt:Schlottärgötti
Deutsch:Statthalter bei Taufe
-götti, -gottä, -ässä, Schlottärätä (Taufessen) Wort und Sache einst weitverbreitet, Worterklärung unsicher
Dialekt:schmöckä
Deutsch:schmecken, riechen
mhd smecken, engl smack ds Wättär schmöckä ä Hund schmöckt am Bodä nachä a) gut: a dä Bluämä schmöckä: diä Bluämä schmöckid guät! b) schlecht: är / äs schmöckt = er / es stinkt Wenn ein Deutscher uns beim Essen fragt: schmeckt es? heisst es aufpassen mit der Antwort! Gotthelf, Lienert schmöcke
Dialekt:Schöpfär
Deutsch:Schöpfer
mhd schaepfer: Schöpfgerät,Erschaffer Lehrer Weissen: wir haben jetzt von Gott dem Schöpfer geredet, weiss einer noch ein anderes Wort? - Schüler: Suppäschöpfär, Hundschöpfär! Gschöpf
Dialekt:schtuurb
Deutsch:stürbe
Nach anderer Meinung soll obige Frau gesagt haben: i schtuurb etz afig einisch! 1315 wär ouch dass einer sturbe (Bundesbrief) Gotthelf sturb
Dialekt:Schtäärnächeib
Deutsch:
Schimpfwort, Kraftwort (Stern für Himmel oder Gott) Kosewort für ein Neugeborenes: e du chliinä Schtäärnächeib!
Dialekt:schtäärns-
Deutsch:
Kraftwort wie herrgotts- schtärnsvärruckt
Dialekt:schtälä
Deutsch:stehlen
mdh steln Schtäli! du schtilscht, är schtilt, i schtul (1799 die Russen stuhlen), är hed gschtolä am Herrgott dr Taag abschtälä
Dialekt:schtand
Deutsch:wir/ihr/sie stehen, steht!
schtand graad! Lienert mier stand Jodelmesse Marty: Herrgott, miär stönd vor Diär! > schtaa
Dialekt:Schtrau
Deutsch:Stroh
mhd stro, strauw,engl straw Gschtrau Gotthelf Strau
Dialekt:schtriitig
Deutsch:streitig
mhd strîteg anstrengend (Gotthelf streitig) vgl. strittig
Dialekt:Schtunggis
Deutsch:Kartoffelstock
(Zerstossenes) mhd stung neu Stocki, Stoggi UW Eintopf Gotthelf Stungg > Gumälischtunggis
Dialekt:Schtutz
Deutsch:steiler Weg, stotzige Halde
mhd stutz (gleichbedeutend wie Stoos) Mz Schtütz vgl stutzig > Herrgottschtutz, Gopfridschtutz neu: Franken vgl Flur- und Familienname Stutz, Stutzer, Amstutz
Dialekt:Schübel
Deutsch:Schübel
(mhd schübel: Stopfbüschel, Menge, Haufen) ä Schübel Lüüt, äs Schübäli Goofä (>Tschupplä), ä Schübel Schtei Gotthelf Schübel, Schübeli vgl Familienname Schübel, Ortsname Schübelbach > Tschuppelbach > -grind (Dickkopf), -oorä (übelhörig)